ZEUGNISSE

Auf dieser Seite finden Sie Aussagen über Thieme und sein Werk



Johannes Falk

„Er ist der fromme und warme Apostel des Waldes“




Alfred von Wolzogen

„Dr. August Thieme, Pfarrer zu Allstedt in der goldenen Aue Niederthüringens, wo auch sein Vater bereits dasselbe Amt verwaltete, wurde am 26. Februar 1780 ebendaselbst geboren und auf der nahen Klosterschule zu Roßleben erzogen. Nach absolvierten theologischen und philosophischen Studien auf den Universitäten Jena und Halle ging er 1802 auf Herder’s Rath nach Rußland, und trat dort, zuerst in Finnland als Hauslehrer, dann in Petersburg als Oberlehrer am deutschen Gymnasium, und endlich als Inspektor des Finnländischen Schuldepartments zu Wiburg angestellt, mit Schillers Schwager, Baron W. v. Wolzogen1, der sich damals als Herzoglich Weimarischer Gesandter in St. Petersburg aufhielt, mit dem Weltumsegler Krusenstern, dem Astronomen Th. Schubert, dem 1835 als Vicepräsidenten der Petersburger Akademie der Wissenschaften verstorbenen H. F. v. Storch, den Dichtern L. H. Freiherr v. Nicolay, F. M. von Klinger, A. F. F. von Kotzebue und andern geistvollen Männern in regen Verkehr. Bald wurde er einer der thätigsten Mitarbeiter der von den „deutschen Dichtern im Norden“ herausgegebenen Zeitschrift Ruthenia; daneben schrieb er eine finnische Grammatik und über finnische Mythologie; auch behandelte er mehrere Stoffe aus der Russischen Geschichte dramatisch. Eines dieser Stücke: „Peter der Große bei Pultawa“, ward in Petersburg aufgeführt, bald darauf jedoch verboten und confiscirt. Neben dem Aerger über die Russische Censur bestimmten ihn häusliche Verhältnisse 1812 in das Vaterland zurückzukehren, wo er zunächst in Lobeda bei Jena, dann in Ilmenau und endlich (seit 1823) in Allstedt als Seelsorger Anstellung fand. In inniger Freundschaft mitdem Weimarischen Legionsrath und bekannten Satiriker Johannes Falk, welcher an der von ihm bereits 1819 projektierten Herausgabe der Thiem’schen Gedichte nur durch den Tod verhindert ward; in öfterer Berührung mit Goethe, der den mit Thieme gleichfalls befreundeten Bergrath J. K. W. Voigt häufig in Ilmenau zu besuchen pflegte; in kurzer, aber desto innigerer Verbindung mit Oken, gab sich unser Dichter während, seines mittleren und höheren Alters mit besonderer Vorliebe dem Studium der Naturwissenschaften hin, und fand in einem idyllisch-beseligenden Familienleben voll stiller, nur seinem nächsten Umgange bekannter dichterischer Thätigkeit Ersatz für die in Rußland abgeschlossene glänzendere Lebenslaufbahn.

Mancherlei Missverständnisse und bittere Erfahrung, zu denen er durch den, diese Epoche seines Lebens ausfüllenden und zum Theil wohl auch als Recensent in theologischen Journalen zur Schau gestellten inneren Seelenkampf zwischen Naturphilososphie und Evangelium Anlaß gegeben, waren die hauptsächlichen Gründe, die ihn zurückhielten, aus seinem Dunkel schon früher wieder hervorzutreten, und nur mit Mühe gelang es mir, seinem dankbaren Schüler und Freunde, ihn zu der kleinen Ausstellung lyrischer Gedichte zu bewegen, die nun zum zweiten Male, und zwar mit wesentlichen Veränderungen, in die Welt tritt.“

[ALFRED FREIHERR VON WOLZOGEN im Vorwort zu „Gedichte“ von August Thieme, 2. Auflage, Louis Garcke, Naumburg 1855]

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Ludwig von Wolzogen, "Memoiren"

„Anderthalb Stunden von Kalbsrieth, in dem freundlichen Städtchen Allstedt, wo der Großherzog Carl August mit Goethe früher so gern geweilt, lebt in idyllischer Zurückgezogenheit ein alter ehemaliger Inspector der finnischen Schulen, nunmehriger Prediger Dr. August Thieme, den mein ältester Bruder bereits im anfange dieses Jahrhunderts vielfach in Klinger’s, Krusenstern’s und Ludwig Heinrich von Nicolay’s Gesellschaft zu Petersburg gesehen, und der schon damals in der von den „deutschen Dichtern im Norden“ redigierten, so viel ich weiß, aber jetzt längst verschollenen Zeitschrift „Ruthenia“ Zeugnisse sehr poetischer Begabung niederlegte, merkürdiger Weise indessen nach seiner Rückkehr in’s Vaterland die Bizarrerie hatte, vor der der Welt zu verstummen und lediglich den Naturwissenschaften zu leben, die er mit großer Originalität betreibt und lehrt. Sein tiefes Gemüth und die zartsinnige Weise, womit er alle unsere Familienfeste durch sein Talent zu verherrlichen gewußt, sowie ein mehrjähriger Unterricht bei meinen Kindern haben ihn mir und meinem Hause überaus werth gemacht. Jedenfalls bleibt das Schicksal merkwürdig, das uns zwei alte Russen aus so verschiedenen Sphären in ihrem Lebenswinter auf diese liebliche Scholle des mittleren Deutschlands zusammengeschneit hat! — “

[LUDWIG FREIHERR VON WOLZOGEN, Memoiren, Leipzig 1851, Seite 306 u.307]

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Dr. Karl Müller, Rezension von "Gedichte" 1848

„[...] Nennt man Schiller den Dichter der Freiheit und möchten wir daneben seinen Freund Göthe einen grossen reinen Spiegel nennen, der Alles in sich aufnimmt und auch alles wieder zurück strahlt , so müssen wir den Dichter Thieme den Dichter vom „Segen im Kreuze“, vom „Segen in der Ruthe“, den Dichter vom „Lamme“ oder wie es seine eigene Individualität noch ausdrücken möchte, nennen. Er hat von Göthe das Unmittelbare, das Moderne, das Leichte, während Schiller schwerfällig und pathetisch, wo möglich stets in der Toga und auf antiker Bühne, einherschreitet. Mit Schiller hat er das überall Ideale gemeinsam, aber er predigt nicht, wie die Welt sein soll, sondern er erhebt uns über das, was die Welt nicht sein soll. So ist er Schiller viel mehr verwandt, macht aber den Jüngling nicht zum Idealisten wie dieser, sondern zieht den Idealisten wieder auf die Erde. Darum aber wird der Dichter Thieme im Allgemeinen mehr der Freund derer sein, die die Schule des Kreuzes durchwandert; ihnen wir er leicht verständlich sein. Darum ist er im vollen Sinne ein Dichter für die Hütte, nicht für den Pallast, wie Göthe. Mit anderen Dichtern wissen wir ihn durchaus nicht zu vergleichen; doch steht jeder dieser
drei Dichter im höchsten Grade selbständig da, jeder hat einen Vorzug vor dem andern: Göthe besitzt das Plastische der Idee, Schiller die Meisterschaft der Form, Thieme die Unmittelbarkeit, über welcher, wie über der grünen Natur, ein unaussprechlicher Friede schwebt . Sein Gemüth ist Idyll und sein Gedicht die lebendig gewordene selbst redende grüne Natur, ein Satz, der sich aus dem Biographischen des Dichters leicht erklärt . [...]“

[Dr. KARL MÜLLER,
Allgemeine Literatur-Zeitung, Ausgabe 261, Halle an der Saale, November 1849]




Trinius, aus "Unstrutwanderung"

„[...] Der dritte Gottesmann, dem ich hier ein Blatt der Erinnerung weihen möchte, ist August Thieme. Die Chronik nennt seinen Namen nicht. Aber Allstedt würde sich selbst nur ehren, wenn es auf dem halb vergessenen Grabhügel, dieses als Mensch wie Dichter ausgezeichneten Mannes einen Denkstein setzen wollte. Es würde damit nur eine Schuld abtragen. Denn Thieme war ein Dichter, auf den die alte Pfalzstadt mit Freude blicken darf, der, in ihren Mauern geboren, nach erlebnißvollen Jahren wieder heimkehrte in seine von ihm heiß geliebte und forth und forth besungene Heimath, um nun ein Menschenleben hindurch verehrt und hochgeachtet als Seelsorger hier zu wirken.
Daß sein Ruhm als Dichter nicht weiter hinaus in’s deutsche Land gedrungen, liegt nicht allein an seiner Bescheidenheit, an der Eigenart seiner Muse, sondern auch an einer Verkettung von Schicksalen. Es ist ja nicht der erste Fall in der deutschen Litteratur, daß eine tüchtige Kraft fast unbemerkt im Schatten stehen bleibt, wo sich hunderte leichtbeschwingter Motten im wärmenden Lichte der Gunst ihrer Zeitgenossen freuen dürfen. Eine nachträgliche Anerkennung wird Thieme auch noch schwerlich zu Theil werden. Unsere Zeit ist zu raschlebig und bevorzugt den Schein. Sie hat mit sich selbst genug zu thun, um rückwärts zu schauen und Mansches gut zu machen. Und dann – wer liest heute noch Gedichte? Dafür ist der polititsche Leitartikel eingetreten!

Alfred von Wolzogen, dem Vater der jetzigen Schloßherren von Kalbsrieth verdanken wir es, daß uns die lyrischen Erzeugnisse Thiemes nicht verloren gegangen sind. Er hat dieselben zu einem stattlichen Bande vereint, der ein paar Auflagen erlebte, heute aber leider vergriffen ist. Ihm entnehmen wir auch die nachfolgenden biographischen Mittheilungen über den Dichter.

Dr. August Thieme wurde am 26. Februar 1780 in Allstedt geboren, wo sein Vater bereits das Amt des Pfarrers inne hatte. Seine Erziehung genoß er auf der nahen Klosterschule zu Roßleben. Nach vollendeten theologischen und philosophischen Studien in Jena und Halle ging er auf Herders Rath nach Rußland. Zuerst wirkte er als Hauslehrer in Finnland, dann als Oberlehrer an dem deutschen Gymnasium in Petersburg. Von da kam er als Inspektor des Finnländischen Schuldepartements nach Wiburg. Der Aufenthalt in Petersburg sollte für ihn von hoher Anregung sein. Schillers Schwager, Wilhelm von Wolzogen, weilte dort als Gesandter Weimars. Sowohl Wilhelm als auch sein jüngster Bruder, der spätere General Ludwig von Wolzogen, haben allzeit in freundschaftlicher Beziehung zu dem Dichter gestanden. Durch Wolzogen kam Thieme allmählich mit allen bedeutenden Männern in Berührung, welche gerade in jenen Jahren vor den Befreiungskriegen sich in Petersburg gleichsam ein Stelldichein gegeben hatten. Diplomaten, Naturforscher, Dichter und Künstler vereinten sich zu geistvollen Verkehr.

Bald gehörte Thieme auch zu den Mitarbeitern der von den „deutschen Dichtern im Norden“ herausgegebenen Zeitschrift Ruthenia. Daneben schrieb er eine finnische Grammatik und über finnische Mythologie. Auch mehrere Dramen russischen Inhalts verfaßte er. „Peter der Große bei Pultawa“ ward sogar in Petersburg aufgeführt, bald darauf jedoch verboten und konfisziert. Der lästige Druck der Censur, Sehnsucht nach der Heimath, häusliche Verhältnisse, alles dies trieb Thieme endlich wieder 1812 nach Deutschland zurück. Zuerst fand er in Lobeda bei Jena, dann in Ilmenau eine Anstellung. 1823 kehrte er nach Allstedt zurück, das Erbe des Vaters zu übernehmen. Durch den ihm nahe befreundeten weimarischen Legionsrath Johannes Falk, der auch als Satiriker sich einen Namen machte, kam Thieme mit Goethe in Berührung. Falk hatte bereits die Absicht gehegt, die Gedichte Thiemes herauszugeben. Doch überaschte ihn der Tod. So gelangten dieselben durch Wolzogen erst 1849/50 in die Öeffentlichkeit.

Wenn Johannes Falk den Dichter Thieme als den frommen und warmen Apostel des Waldes bezeichnet, so ist dies ein gutes, zutreffendes Wort. Thieme ist zuerst und zuletzt Naturdichter. Der Kreis, den er beherrscht, ist nicht allzu groß, aber innerhalb desselben ist er auch ein Meister. Jeder Vers verräth uns, wie innig der Dichter mit der Natur vertraut, wie tief er in ihre Gegheimnisse eingedrungen ist. Was er uns sagt ist nicht immer neu, aber wie er dies sagt, das stempelt ihn zu einem Original innerhalb der deutschen Litteratur. Er ist ein Künstler in der Handhabung des Reimes, in der Kraft und Eigenart seiner mit feinstem Auge und Gefühl der Natur abgelauschten Sprache. Seine Bilder überraschen, blenden und fesseln. Und doch ist der Eindruck seiner Lieder ein nachhaltiger, denn das tiefe Gemüth, der hohe, sittliche Sinn, stets auf das Ewige gerichtet, leihen Ihnen Adel, Wärme, Bedeutung. Natur, Heimath, Glaube und Liebe feiert seine Leyer.

Der Heimath, der Güldenen Aue gedenkend, singt er:

„Dort weil‘ ich gern im grünen Halmen-Thale,
wo ich den Himmel sah zum ersten Male,
und wo am Berg, vom Weinlaub rings umsponnen,
Sich Schäflein sonnen!
Dort bläst die Weidenpfeife noch im Riethe,
dort spricht der Nußbaum noch zur Pflaumenblüthe,
dort summt das Bienlein noch in gelber Linde
vom frommen Kinde!“ –

An einem ersten Frühlingstag liegt der Dichter im Hag und starrt selig durch die Wipfel zum Himmel auf. Und im Gefühl neugewonnenen Glücks, preist er den ewigen Frühling, die ewige Liebe.

„Die Liebe kennt nicht Jahre,
nicht Frühling, Nacht und Tag,
Sie kennt nicht graue Haare,
Noch was veralten mag;
Nicht Herbst, nicht Winterwetter,
noch Todessturm am Grab,
Ihr fallen keine Blätter
vom Baum des Lebens ab.

Ich lebe, weil ich liebe,
nur lieblos bin ich todt!
Ob auch mein Kleid verstiebe,
Ich bleibe doch in Gott!
Ob alles um mich wanke,
Wenn’s bricht im Augenlid,
Wenn auslöscht der Gedanke,
Mich doch die Liebe sieht!“

Welch tiefes Gemüth spricht sich im „Morgensegen“ aus!

„Ach nur Minuten reißt sich ja der Glaube
Auf gold’nen Fittigen empor vom Staube!
D’rum laßt mir doch den süßen Blick der Frühe,
Eh‘ ich versinke in des Tages Mühe!

Da kann ich, eh‘ die Arbeitsglocken schlagen,
Dich, guter Gott, um mancherlei befragen,
Kann, wenn die Drosselkinder um mich flöten,
Recht herzlich noch und kindlich mit Dir reden!“

Er geht hinaus in den Wald und umrauscht und umflötet gedenkt er in Liebe der Gemeinde, die ihm anvertraut ward.

„Sind unter mir noch nicht erwacht die Hütten,
kann ich, für die nun bald erwachen bitten:
‚Lass Deine Sonne warm und freundlich scheinen
Selbst über Die, die’s böse mit mir meinen!‘

Und wenn der Küster zieht die Morgenglocke,
Daß sie die Kindlein zu der Schule locke,
Und sie vorbeigeh’n, Bibeln in den Armen,
Fleh‘ ich für sie Dein schützendes Erbarmen!

Dann kehr‘ ich heim, und rings ist Auferstehen,
Und ‚Guten Morgen!‘ grüßen, die mich sehen;
Ich aber wünsche, daß sie All bedächten
Ihr Aufersteh’n nach allen uns’ren Nächten!“

Zu überaus packender Naturmalerei steigert sich die Sprache in dem Gedichte „Hagel und Windbruch“. In der Plastik dieser Schilderung, der Wiedergabe von Ton und Farbe, zeigt sich hier der Dichter als ein großer Künstler. Die Länge des Gedichts macht es hier unmöglich, es ganz wiederzugeben . Es hebt an:

„Wie es dort tiefer walzt und rollt
Das gold’ne Halmenmeer!
Heimlicher Strom geht daüber her,
Aber er grollt.

Schärfer durch die Nadelkrystalle
Der Tannen er saust!
Ein Tönen wie vom Wasserfalle,
Wenn der Bach in Kieseln braust!

Der Eiche zartes Vogelgefieder
Flagget auf und nieder!
Der Flechten lange Zottelbärte
Schaukeln in ihrer Waldkarthause!
Von der Weide nach Hause
Schreit flatternd die scheue Gänseheerde!

Die Straße im Staube dämmert,
Die Flammen im Ofen rascher knittern,
In den Schloten ein dumpfes wittern!“

Selbst in das Haus hinein endet das nahende Unwetter seine Vorboten. Immer mehr steigert sich seine Macht:

„Doch der Sturm singt grausere Mette
Mit Paukenschlägen der Heiden
und Harfenspiel auf tausend Saiten,
Und peitscht die Wolkenbälle,
Sich mit Sternen zu jagen um die Wette
Mit Habichtsschnelle!
Die Wirbelwolken von fliegenden Blättern
Sprechen wohl von schweren Wettern.“

Dann brichts herein, Grausen und Verwüstung verbreitend.

„Und die geschlagene Ernte raucht
Wie Nebel unter den Eisgeschossen,
und wilder aus allen Nüstern haucht
Das wilde Heer mit rasenden Rossen!
Mit einer Meilensäge Zug
Und mit der Mine Donnerschlag
In einem ungeheuren Bruch,
Der Hochwald niederlag!
Legionen Giganten
Mit tausendjährigen Knochen
Liegen zerbrochen
Und ihre Banden
Halten, gelagert in wildem Gewimmel,
Noch fest in den Fäusten der Wurzelknollen
Die losgerissenen Porphyr-Schollen,
Als ob sie zu schleudern gen Himmel!“

Versöhnend schließt der Dichter:

„Der Hagel und die Windsbraut sprechen:
‚Es knicken Ernten und Wälder brechen!‘
Doch füllen neue Saaten die Räume,
Und die Menschen pflanzen wieder die Bäume,
Und dieselben Sonnenstrahlen schleichen
Mit goldenen Spiel in Blätterzweigen,
Und die Vöglein singen dieselben Lieder,
Und die Mädchen steh’n an denselben Bächen,
‚Wie bist du schön!‘ die Wand’rer sprechen.
Es rollt derselbe Himmelswagen
Ueber die Menschen, die leicht verzagen,
Und, scheint das Leben im Tode zu stocken,
Da läuten dieselben Osterglocken,
Und der Mensch, der Priester im grauen Haare,
Still betend an seinem Erdaltare,
Allein des Wandels Wort versteht:
Das Leben bleibt, die Schaale vergeht!“ –

Wen der Weg zur alten Pfalzstadt Allstedt führt, der soll auch auf dem freundlichen Friedhof das einsame Grab von August Thieme aufsuchen, das hoffentlich bald ein Denkstein schmücken wird. Verehrung und Dankbarkeit für den trefflichen Naturdichter fänden damit den schönen Ausdruck. – – –“

[AUGUST TRINIUS in „Durch’s Unstrutthal“, Seiten 223ff, Bruns’s Verlag, Minden i. W. 1892]

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